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„ Bauer“ sagte das alte Weib, „ jahrelang habe ich dir treu und brav gedient, keine Arbeit habe ich gescheut, keine Arbeit war mir zu schwer, vom frühen Morgen bis spät in die Nacht habe ich zu Deinem und zum Wohl deiner Familie geschafft, doch jetzt da ich alt bin, jagst du mich zum Lohn dafür von deinem Hof. Zur Strafe werde ich dir das nehmen, wofür du dein ganzes Leben gelebt hast !“
Der Bauer lachte über ihre Worte spöttisch, denn was konnte die Alte ihm, dem mächtigen Bauern schon anhaben. Daraufhin verließ sie den Hof und ging in den nahegelegenen Wald, den Tann.
Es gingen Jahre ins Land und man hatte die alte Magd mit ihrer Drohung schon lange vergessen. Da vernahm man eines Tages die schreckliche Nachricht, dass die beiden Kinder des Bauern verschwunden seien. Zuletzt wurden sie am Rande des besagten Waldes, dem Tann, gesehen. Die Einwohner des Dorfes vermuteten hinter dem Verschwinden der beiden Kinder die Rache des Da`Weible am Bauern für sein ungerechtes Verhalten.
Ob dem wirklich so war, konnte niemals geklärt werden, es ist eben eine Sage.
Der Gebber
Die Legende um den Gebber geht zurück in die Zeit, als es noch üblich war, dass es in den Orten einen Dorfhüter gab. Ein Dorfhüter, das wissen die Älteren noch, hatte die Aufgabe, solange rechtschaffende Bürger am Sonntag den Gottesdienst besuchten, das Hab und Gut dieser Leite vor allem Schaden zu bewahren. Er achtete darauf, dass keine Diebe in leerstehende Häuser gelangten oder dass kein Haus ein Raub des Feuer´s werden konnte.
Als Waffe diente dem Dorfhüter der sogenannte Dorfstock, um sich gegen Einbrecher und diebisches Gesindel wehren zu können. Der Dorfstock ist ein Stab mit einer oben aufgesetzten Hellebarde.
Als die arglosen Dorfbewohner des Sonntags brav zur Messe gingen, nutzte der Gebber die gebotene Gelegenheit und raubte den Leuten all ihr Hab und Gut und machte sich auf und davon. Als die Dorfbewohner das Unglück sahen, war ihnen schnell klar, dass der Dieb nur der Dorfhüter sein konnte, denn den Dorfstock ließ der Gauner in der Eile zurück. Mit seiner Beute versteckte er sich in einer Höhle, über deren geheimen Eingang niemand außer dem Gauner Bescheid wusste. Noch heute wird dieser Ort in Erinnerung an diese Ereignisse das „ Gebbers – Loch“ genannt
Der Gebber verstand es immer wieder, sich dem Zugriff der Häscher zu entziehen. Es war unmöglich, seiner habhaft zu werden. Im Gegenteil, selbst mit seinen Jägern spielte der Unhold das Gaunerstück weiter. Was nicht niet – und nagelfest war, wurde eine Beute seiner Habgier.
Die Geschichte um den Gebber besagt weiter, dass selbst Pferdefuhrwerke, beladen mit schweren Holzstämmen, mitsamt dem Fuhrmann verschwanden, wenn diese in der Nähe seines Versteckes Holz aus dem Wald fahren wollten.
Der Gebber konnte bis heute nicht gefasst werden und darum hat auch diese Sage bis heute überdauert.
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