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Das Hilbweible
In früheren Jahren, als auf dem karstigen Heuberg das Wasser sehr knapp war, war jede natürliche Wasseransammlung lebensnotwendig. So eine Stelle gab es auch in Kolbingen und Hilb genannt.
Sie lag am südlichen Rand von Kolbingen, und heute noch trägt dieses Gewann den Flurnamen Hilb.
Seit Urzeiten verbreitet ist der Glaube an Zauberwesen, an Kobolde und Hausgeister, an gute und böse Feen. Sie wurden mit örtlichen Namen bezeichnet und waren in der Vorstellung der Menschen real existierende, wenn auch nicht menschliche Wesen mit vielseitigen Zauberkräften.
Man sah in ihnen Wesen die oft im Waldesinneren und an gefährlichen Stellen lauerten um Unvorsichtige irrezuleiten oder zu erschrecken und sie in Angst zu versetzen. Geister die sich an Seen, Weihern oder Flüssen aufhielten und Unachtsame bedrohten, sie hineinzuziehen oder gar zu ertränken.
Für eine Mutter war es offensichtlich von Vorteil, wenn sie sicher sein konnte, daß ihre Kinder zuviel Angst vor dem vermeintlichen Wald- oder Wassergeist hatten um an einem so gefährlichen Ort zu spielen. Die Nützlichkeit einer solchen Erzählung lag auf der Hand und erklärt ihren jahrhunderte langen Fortbestand.
Um einen solchen Geist handelt es sich beim Hilbweible. Es sollte Kinder aber auch andere Personen davon abhalten, sich in unvorsichtiger oder böser Absicht der Hilb zu nähern. Verunreinigungen der Hilb z.B. wurde als schlimmes Vergehen geahndet. Das Hilbweible war ebenso Schutzgeist der Kinder wie Schutzgeist der Hilb.
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