Gästebuch 1

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Narrenvogtei Kolbingen e.V.
Gruppenbild 1

www.narrenvogtei.de

Kontakt:
Zunftmeister
Tobias Wachter
Schönenbergstraße 23
78600 Kolbingen
Tel. 07463/7565

Zunftbeschreibung der Narrenvogtei Kolbingen

Name:   Narrenvogtei Kolbingen e.V.
Narrenruf:  Narri-Narro
Zunftmeister:  Tobias Wachter
Gründungsjahr:  1959
aktive Hästräger: 175
davon:    Vögte:  151
Hilbweible 24 (limitiert)
Garde:   10
Kindergarde:  10
Ehrenvogträte z.Zt. 2
Mitglieder:  280
Einwohner rd.:  1200
Gründungsmitglied der Narrenfreunde Heuberg

Historie

Wer hat auch schon aus dem Mittelalter eine solche liebwerte Figur wie den „Vogt“ an seinem Ort vorzuweisen, wie das in Kolbingen der Fall ist. Und wer kennt in unserem Land nicht den Schwank „ Der Vogt von Kolbingen“. Jedenfalls stand er früher in allen Lesebüchern und findet sich in allen bedeutenden Sammlungen. Wenn man diese Gestalt ergründen will, darf man nicht dem Ursprung von „Häs“ und „Maske“ nachgehen, sondern muß ihre Legende erfassen. Der „Vogt“ hat nichts mit den dämonischen Narrengestalten zu tun, er ist vielmehr das Bild des „reinen Toren“, das aus dem Mittelalter überliefert ist. Man findet „Narren“ seiner Art häufig in der volkstümlichen Literatur des Mittelalters. Auf seine Zugehörigkeit zur Szene der mittelalterlichen Narren verweist auch die „Kappe“, die er in dem Schwank „als Pfand seiner Rückkehr“ zurückläßt; es ist dies ganz einfach die Narrenkappe, das Attribut der mittelalterlichen Narren. Man darf hier an die mittelalterliche Zeit denken, da neben dem „Sapiens“ dem „weisen Rat“, auch der „Inspiens“, der Narr, immer dazu gehörte. Mitunter konnte es auch zu eigenartigen Vertauschungen der Rollen des „Sapiens“ und des „Inspiens“ kommen, wie es auch im Schwank vom „Vogt von Kolbingen“ deutlich wird. Daß man dem „Vogt“ auch noch das „Narrenzepter“ beigegeben hat, entspricht ebenfalls ganz der alten Überlieferung. Neben diesem Stab gehörte auch die „Keule“ oder der „Kolben“ früher zum selbstverständlichen Attribut des Narren. In einem alten Text heißt es „zem toren kleit nam er einen kolben groz und michel gnuog in sine hant“.

Man muß dieser Spur nachgehen, weil die Kolbinger ja früher den „Kolben“ im Wappenbild hatten. Die Gründer der „Narrenvogtei“ hatten also seinerzeit das richtige Gespür und den notwendigen Sachverstand, als sie den Vogt aus dem alten Schwank zu ihrer Narrenfigur erkoren.

Der Vogt von Kolbingen

Ein hungriger Handwerksbursch stahl einer Bauersfrau die auf den Markt wollte in der Kolbinger Steig Eier und Speck. Der Dieb wurde jedoch von den Bauern schnell gefaßt und da in der damaligen Zeit ein Menschenleben nicht viel galt, schnell zum Tode am Galgen verurteilt. Der Galgen stand jedoch mitten im Ösch und so hatten die Bauern Angst daß die Ernte zertreten wird. Daraufhin gab im der Dorfvogt eine Galgenfrist von 6 Wochen. Als Pfand mußte er seine Kappe dalassen. Am Ägidiustag kam er tatsächlich zum Erhängen zurück. Wegen seiner übergroßen Ehrlichkeit wurde er begnadigt und einige Zeit später zum Dorfvogt gewählt. Noch heute sagt man sich daß er seit seinem Tode um Kolbingen rumgeistert.

Vogt und Hilbweible

Das Hilbweible

In früheren Jahren, als auf dem karstigen Heuberg das Wasser sehr knapp war, war jede natürliche Wasseransammlung lebensnotwendig. So eine Stelle gab es auch in Kolbingen und Hilb genannt.

Sie lag am südlichen Rand von Kolbingen, und heute noch trägt dieses Gewann den Flurnamen Hilb.

Seit Urzeiten verbreitet ist der Glaube an Zauberwesen, an Kobolde und Hausgeister, an gute und böse Feen. Sie wurden mit örtlichen Namen bezeichnet und waren in der Vorstellung der Menschen real existierende, wenn auch nicht menschliche Wesen mit vielseitigen Zauberkräften.

Man sah in ihnen Wesen die oft im Waldesinneren und an gefährlichen Stellen lauerten um Unvorsichtige irrezuleiten oder zu erschrecken  und sie in Angst zu versetzen. Geister die sich an Seen, Weihern oder Flüssen aufhielten und Unachtsame bedrohten, sie hineinzuziehen oder gar zu ertränken.

Für eine Mutter war es offensichtlich von Vorteil, wenn sie sicher sein konnte, daß ihre Kinder zuviel Angst vor dem vermeintlichen Wald- oder Wassergeist hatten um an einem so gefährlichen Ort zu spielen. Die Nützlichkeit einer solchen Erzählung lag auf der Hand und erklärt ihren jahrhunderte langen Fortbestand.

Um einen solchen Geist handelt es sich beim Hilbweible. Es sollte Kinder aber auch andere Personen davon abhalten, sich in unvorsichtiger oder böser Absicht der Hilb zu nähern. Verunreinigungen der Hilb z.B. wurde als schlimmes Vergehen geahndet. Das Hilbweible war ebenso Schutzgeist der Kinder wie Schutzgeist der Hilb.