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Kontakt: Zunftmeister Reinhold Hafen Herrenwiesenstraße 7 78603 Renquishausen Tel. 07429/3206 Mail: renquishausen@narrenfreunde-heuberg.de
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www.gullenzunft.de
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Zunftbeschreibung
Renquishausen liegt im Kreis Tuttlingen auf knapp 900 m Höhe über dem Meeresspiegel auf dem schönen aber rauhen Heuberg. Die Gemeinde zählt um die 750 Einwohner, die schon sehr früh mit der Fasnacht begonnen haben.
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1952 wurde unsere Gullenzunft gegründet, wo von den 750 Einwohnern bis heute 250 als Mitglieder der Gullenzunft angehören. Die Gullenzunft ist die älteste Zunft in der Runde der Narrenfreunde Heuberg. Unsere Zunftfarbe ist seit je her rot.
Die Gullenzunft war 1983 mit bei den Hauptinitiatoren zur Gründung der Narrenfreunde Heuberg. In den Jahren 1992 und 2002 waren wir bereits die Ausrichter des Ringtreffens unseres Ringes. Zudem fanden in den Jahren 1977 und 1982 Narrentreffen in Renquishausen statt.
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Geschichte
Gehen wir nun in unserer Dorf-Chronik zurück, so findet unser Guller seinen Ursprung im Jahr 1821. Anno 1821 wurde das stolze Tier in das Amtssiegel des Schultheißen von Renquishausen übernommen. In der Kaiserzeit gehörte Renquishausen zur Herrschaft von Werrenwag, an die der Zehnt jedes Jahr abgeliefert werden mußte. Da aber bei den Dorfbewohnern auf dem kargen Heuberg das Geldsäckel immer lehr war, mußte der Zehnt in Form von Waren an die Herren von Werrenwag beglichen werden. Diese Güter waren in jener Zeit hauptsächlich Nahrungsmittel in Form von Tieren und Getreide, so wie auch Naturprodukte wie Brennholz, pflanzliche Öle oder auch Garne für die Textilherstellung, die in den Wintermonaten von den Frauen gesponnen wurden. Jedes Dorf wurde vom Herrschaftshaus speziell veranlagt, damit sich die Bauern auch auf die Abgabe des Zehnt rechtzeitig vorbereiten konnten. In Renquishausen veranlagten die Herren, jedes Jahr pro Kopf einen Hahn der im Volksmund Guller heißt.Also konzentrierten die Renquishausener Bauern ihr Tagwerk auf die Aufzucht von Gullern. Doch eines Jahres brach eine große Hungersnot in unserer Region ein. Unwetter zerstörten die gesamte Ernte, die auf dem Heuberg sowiso immer geringer ausfiel wie in wärmeren Regionen. Unsere Bauern standen in jener Zeit im Oktober vor einem nur karg bedeckten Erntedankaltar und auch die Vorratskammern für die langen kalten Wintermonate waren so gut wie leer. Die Leute wußten genau, wie es um sie bestellt war, und daß einige den nächsten Frühling nicht mehr erleben würden. So trug es sich in jenem Herbst zu, daß dem Zehnt der Herren von Werrenwag nicht Folge geleistet werden konnte. Worauf die Herren wehement auf die Abgabe der Hähne pochten und es dadurch zu einem Aufstand der Bauern kam, bei dem wie gesagt der Guller im Mittelpunkt stand.Diese überlieferte Geschichte veranlaßte auch im Jahr 1821 unseren Schultheißen, den Guller in das Amtssiegel aufzunehmen und auch in einem Dorfwappen zu verewiglichen.
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1970 wurde unser Gullerhäß das erstemal der Öffentlichkeit vorgestellt. Einheimische Frauen entwarfen das Gullerkleid und stellten dann das selbst genähte Häß der Bevölkerung vor. Mit großer Begeisterung wurde es aufgenommen und die Zuschauer zollten den tüchtigen Frauen viel Beifall und Lob.
Drei Jahre später konnte unsere Zunft die passende Holzmaske vorstellen. Diese war natürlich dann das tüpfelchen auf das i, und ermöglichte es dem Guller, daß er sich ab nun voller Stolz, wie er halt von Haus aus ist, sich seinem Publikum zu präsentieren.
Die vielen Plätzle, die immer vierfarbig aufgenäht werden, sollen die Federn darstellen und unser Wappen können die Zuschauer auf dem Rücken begutachten.
Die Kleidung unseres Zunftrates wurde nach einer Überlieferung nach, gemäß der Kleidung der Herren von Werrenwag rekonstruiert.
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Unsere zweite Fasnetsfigur, das ,,Eierweible" erblickte 1993 das Licht auf dem Heuberg.
Sie wandelte anfangs des 18. Jahrhunderts auf den Gefilden des Heubergs Wie sie vorher schon hörten war man auf dem Heuberg gem. der geographischen Lage mit Lebensmittel immer knapp. Unter den Bewohnern gab es auch Familien, die auf die Hilfe von ihren Mitmenschen angewiesen waren. So ging das Eierweible nach einer Überlieferung nach von Haus zu Haus und bettelte, damit ihre Kinder etwas zu essen hatten. Diese Personen waren bekannt und man wußte von ihrer Not. Man war in jener Zeit aufeinander angewiesen und dies gab einen großen sozialen Zusammenhalt. Der Bauer, der etwas mehr hatte, sah sich in der Pflicht und wenn das Eierweible kam, gab er auch etwas, meist waren es Eier, denn die Hühner waren in Renquishausen sowieso zahlreich vorhanden. Sie trägt eine Trachtenkleidung, wie sie in Oberschwaben und Vorderöstereich vorkommt, zu denen der Heuberg in jener Zeit gehörte. Ihr Korb ist aus Weiden, denn das gab die Natur her. Die Strümpfe und Handschuhe sind aus Wolle gestrickt. Damit waren die Frauen während den langen Wintern beschäftigt. Unter Ihrem Trachtenrock trägt sie einen Unterrock, Fachbegriff ist für diesen der „Bananenrock“ im Volksmund auch Stehbrunzhose genannt. Die Schürze war ein natürliches Transportmittel und wurde 10 -15 cm unter dem Knie getragen. Mit schwerem Umschlagtuch war man dann gekleidet. Auch ein Kopftuch gehörte immer dazu. Das i-Tüpfelchen ist das freundliche und liebe Gesicht, das trotzdem natürlich wirkt. Die Freundlichkeit versteht sich ja von selbst, denn das Eierweible bettelte und wollte ja etwas.
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Der Staiggeist und die Bohlhexen
Die zentrale Figur unserer Hexengruppe ist der sogenannte „Staiggeist“, der im diesjährigen Hexentanz zwar nicht vorkommt, aber ansonsten immer als Einzelfigur in den Tanz eingebunden ist, um den sich dir Bohlhexen herumtreiben. Zunächst ein paar Worte, was es mit diesem Staiggeist auf sich hat: Auch die Menschen in Renquishausen hatten früher den Wunsch einmal in der Woche oder im Monat an den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Märkten wie zum Beispiel in Nusplingen und Wehingen teilzunehmen. Dort gab es den Menschen die Möglichkeit zusammenzukommen sich zu unterhalten und Geschäfte abzuschliessen.
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Die Bürger lebten in dieser Zeit hauptsächlich von der heimischen Landwirtschaft. Wenn die Erträge auch manchmal sehr bescheiden waren, aber man freute sich, wenn man mit dem erwirtschafteten aus der Landwirtschaft wie zum Beispiel : Eier, Hennen, Hasen, oder gar eine Ziege oder Schaf im Herbst verkaufen konnte. Mit dem Erlös, den man auf den Markt für diese Waren erzielen konnte, wurde für die Familie ein großer Teil des Unterhalts über die Wintermonate bestritten.
Wenn der besagte Tag dann da war, ging das Familienoberhaupt frohgelaunt frühmorgens mit seinem Gut auf den Markt. Nach dem erfolgreichen Verkauf seiner Ware und einem netten Gespräch mit einem Bekannten, begab sich der Vater wieder auf den Heimweg-Richtung- Renquishausen. Auf der halben Strecke, kurz bevor es steil den Berg hinauf nach Hause ging, stand am Waldesrand die Gaststätte genannt Hüttle.
In dem Gefühl etwas Geld in der Tasche zu haben, oder sich vielleicht eine Stärkung vor dem steilen Anstieg zu sich zu nehmen, kehrte man in dem Hüttle ein. Hier traf man Bekannte, Händler und Handweksburschen. Oftmals blieb es aber nicht nur bei einem Getränk, es wurden zwei und mehr und endete nicht selten mit einem Kartenspiel, bei dem viel Geld über den Tisch ging. Der Heimweg verschob sich dann in die Dunkelheit hinein und es ergab sich nicht nur einmal folgendes schauriges Geschehen:
Mitten in der Staighalde hinauf sprang dann plötzlich der Staiggeist auf den Rücken des Betrunkenen , sodaß er fast zusammenbrach. Diese schwere Last wich erst als der Mann auf er Hochfläche des Gewandes- Staig angekommen war. Darum wurde auch der nahegelegene Felsen als Schinderfelsen (Schinderer) genannt, da sich der Heimkehrer mit dieser Last auf dem Rücken die Halde hoch geschunden hatte. Reumütig kam dann im Morgengrauen des nächsten Tages das Familienoberhaupt mit leeren Taschen zuhause an. Groß war dann die Enttäuschung beim Rest der Familie, denn sie mussten weiter sehr ärmlich die Wintermonate verbringen.
Eines Tages als das Geldspiel im Hüttle wieder im vollen Gange war, kam plötzlich eine Frau herein, trat an den Tisch wo mit Geld gespielt wurde, schob kurzerhand alles Geld in ihre Schürze und verschwand wieder, wenige Stunden später brannte das Hüttle bis auf die Grundmauern ab. Heute sieht man noch den Platz wo das Hüttle gestanden ist.
Auch von diesem Tage an bis heute hat man den Staiggeist nicht mehr gesehen. Alle Bürger von Renquishausen konnten nun ohne Probleme die Staighalde bei Nacht hinauf gehen.
Hexen gab es bis ins späte Mittelalter wie überall natürlich auch um Renquishausen herum. Hier im Gewann Bohl versammelten sie sich öfter und trieben von dort aus ihr Unwesen in der ganzen Gegend. Nur in dem Gebiet die Staighalde hinauf, am Schinderfelsen vorbei, wo der Staiggeist herrschte, war nie eine der Bohlhexen anzutreffen. Der Respekt und die Furcht vor dem Staiggeist hielt die Hexen von dort fern.
Als der Staiggeist nach dem Abbrand des Hüttles verschwand, veranstalteten die Bohlhexen ein großes Fest, das sie seit daher jährlich wiederholen.
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